Dienstag, 22. Mai 2018

Stoffdiät - Großprojekt Abendkleid

Der Mai ist gleich vorüber und Frau Küstensocke ruft zum Update bei der Stoffdiät. Seit nunmehr 16 Monaten bemühe ich mich, mein Stofflager abzubauen und Neukäufe möglichst kurzfristig zu verarbeiten. Das dies nur bedingt gelingt, zeigt mein derzeitiges Großprojekt "Nachblaues Abendkleid". Die Spitze und den Satin dafür habe ich vor fast einem Jahr  (Juni 2017) in Barcelona in diesem traumhaften Stoffgeschäft gekauft. Also zeitnahes Nähen geht anders... Aber immerhin gibt es jetzt Druck durch den bevorstehenden Sommerball unserer Tanzschule. Ich habe mir also trotz des herrlichen Pfingstwetters Zeit zum Nähen genommen und kann auf der Puppe schon was vorzeigen.
Und so soll es werden: Modell 23 aus FashionStyle 11/2017:
Quelle: FashionStyle 11/2017
Bis zum 1.6. muss es fertig sein. Und da der Stoff nicht nur zugeschnitten, sondern auch alle wichtigen Nähte schon gemacht sind, lasse ich Satin (2,5m), Spitze (0,8m) und Futter (1,4m) mit in diese Mai-Statistik einfließen. Ebenfalls in diese Stoffdiät-Abrechnung kommt ein Tochterkleid, bei dem zwischen Stoffkauf und fertigem Stück gerade mal 6 Wochen vergangen sind (es geht also auch schnell...)
Ein sommerliches schlichtes Taufgastkleid war gewünscht. Ich habe das Oberteil aus dem Baukastenbuch "Kleider nähen" von Tanya Whelan aus einem Basic-Schnitt selbst erstellt, mit Abnäherverschieben und so. Fand ich relativ schwierig, zumal die Tochter in der Ferne studiert und ich die Anpassungen nicht direkt kontrollieren konnte. Das Oberteil ist gedoppelt und innen auch aus der mintgrünen Viskose aber ohne Faltenlegung sondern mit Abnähern.
Erstmals habe ich einen Dreiviertel-Tellerrock nach dem Maß der Tochter konstruiert - ging super.
Gut war, dass er bis zur endgültigen Anprobe und Längenbestimmung auf der Puppe aushängen konnte, denn er verzieht sich doch durch den schrägen Fadenlauf in der Seite. Einen Unterrock (auch Dreiviertelteller) habe ich dem Kleid auch noch spendiert und einen Saum mit selbstgemachtem Schrägstreifen - maschinengenäht, da für Handnähte keine Zeit mehr blieb:
So, nun aber die Bilanz und die Zahlen seit Mitte März:
gekauft: 6,3 m
ertauscht: 2m (Futterstoff)
gesamter Neuzugang: 8,3m
vernäht: 13,3m (Blusentop, Hose, Hemdbluse und die oben gezeigten Kleider)
verschenkt/weggetauscht: 2m (Chiffon mit Farbverlauf)
gesamter Abgang: 15,3

Macht also unterm Strich ein Minus von 7 Meter. Dazu die 2,60m vom März ergibt das für die Gesamtjahresbilanz 2018 knapp 10 Meter. Geht so, finde ich.
Diesmal fragt Frau Küstensocke noch nach Ideen für gelungene Patchwork-Kleidung, um größere Reste vernünftig aufzubrauchen. Sie hat tolle Kleider auf diese Weise genäht, schaut unbedingt mal vorbei.
Ich bin bei Patchwork-Kleidung immer sehr vorsichtig, da ich Angst habe, es könnte zusammengestückelt aussehen. Bei diesem Kleid (klick zum Extra-Post) war es aber laut Schnitt so vorgegeben und ich habe extra diese einzelnen Stoffstücke gekauft.
Der Rock ist ein echtes Patchworkprojekt und ich trage ihn oft und gern. Vielleicht kommt für den Herbst ein zweiter dazu...
Und weil Abendkleid und Tochterkleid zum Creadienstag passen, verlinke ich heute auch dort.

Dienstag, 8. Mai 2018

Kleine Tasche für den Schwimmer

Der Schwimmer in unserem Haus ist mein Mann. Er zieht regelmäßig in der Halle seine Bahnen und ab Mitte Mai auch im Freibad. Aber immer fliege das nasse Duschbad und das Shampoo durch seine Sporttasche und er suche den Kamm - ob ich nicht mal nen kleinen Beutel für ihn hätte... Nichts einfacher als das! Seinen Wunsch nach Ordnung konnte ich ruckzuck an einem Abend erfüllen:


Das kleine bunte Ding hält die Kosmetikartikel zusammen und er findet es künftig zwischen Badelatschen und Handtüchern sofort. Für gute Laune sorgt die kleine Stickerei.
 
Mein Mann meinte zwar, das sähe mehr wie ein Maulwurf aus, aber ich finde die Wassertropfen machen doch eindeutig klar, um welches Element es geht...
Schnitt: aus Patchwork-Spezial TASCHEN 4/2011
Stoff: Ikea-Rest und als Innenfutter abwaschbare Tischdecke 
Fotos: von mir

Das ist heute mein kleiner Beitrag zum Creadienstag.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Mit Hemdblusenkleid gescheitert

Ich hatte es mir so schön ausgemalt als ich den Stoff mit Libellen im eiskalten Februar in Amsterdam kaufte: ein frühlingshaftes Hemdblusenkleid, so wie es gerade ziemlich angesagt ist. Dabei wollte ich gleich noch eine neue Herausforderungen - die verdeckte Knopfleiste - in Angriff nehmen.

Ich hätte es schon bei der Schnittauswahl besser wissen müssen, denn dieses Burdamodell (112) ist aus ganz weich fallendem Viskose-Krepp.
Quelle: BurdaStyle 3/2016

Quelle: BurdaStyle 3/2016
Meine Baumwolle dagegen ist zwar dünn aber doch recht steif. Dies gekonnt ignorierend, habe ich eine 1A verdeckte Knopfleiste hingelegt, eine kleine Paspel (Wildseidenrest) eingebaut, aus eben diesem Stoff die Ärmelabschlüsse mit den kleinen Fältchen genäht und einen ganz passablen Kragen hinbekommen.

Alles schön sauber mit französischen Nähten gearbeitet. Dazu feine Perlmuttknöpfe aus Omas Erbe. Doch das fertige Kleid sah schrecklich aus: eine Mischung aus grauem Arbeitskittel und Nachthemd... Und ziemlich weit. Dabei hatte ich vorsorglich schon nur eine 38 statt einer 40 zugeschnitten. Ein Gürtel brachte überhaupt nix. Ich habe vor lauter Ärger und Wut kein Foto gemacht...
Blieb nur noch eins: abschneiden. Jetzt ist es eine Hemdbluse, die zumindest als Homeware taugt.
Doch wenn ich jetzt die Fotos so sehe, geht das Teil vielleicht auch mal leger ins Büro.

Ein Lieblingsteil wird es wahrscheinlich nicht, aber ich habe wieder viel gelernt (vor allem über das Zusammenspiel von Stoff und Schnitt). Den Schnitt finde ich nach wie vor ganz schön und wenn mir die richtige, fluffige Viskose über den Weg läuft, dann bekommt er eine zweite Chance - als Hemdblusenkleid.
Da das gescheiterte Projekt doch noch ein versöhnliches Ende gefunden hat, bin ich heute damit beim MeMadeMittwoch dabei. 
Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 112 aus Burdastyle 3/2016, Gr. 38
Stoff: BW-Schnäppchen aus Amsterdam (5€ pro Meter), Wildseidenrest für Ärmelabschlüsse
Fotos: die Tochter


Donnerstag, 19. April 2018

Halma-Bluse

An ein Halma-Spielbrett habe ich tatsächlich als erstes gedacht, als ich beim Stoffekontor in Leipzig diesen italienischen Baumwollstoff sah.

Unwiderstehlich leicht und luftig und so habe ich mir 1,30m von dem teuren Stöffchen gegönnt. Bei der anschließenden Suche nach einem schlichten Schnitt bin ich schnell bei diesem FashionStyle-Top gelandet: Modell 9 aus 4/2017. 
Quelle: FashionStyle
Das ist doch kein Zufall? Ich hatte doch tatsächlich genau den Stoff gekauft, der hier vernäht wurde - wenn das kein Zeichen ist...
Quelle: FashionStyle
Schnell genäht, mit ordentlichem Beleg versäubert und mit französischen Nähten,  bin ich sehr glücklich mit dem Teilchen.

Einziger kleiner Wermutstropfen: Den Ausschnitt finde ich ein wenig zu breit und würde ihn beim nächsten Mal etwas schmaler machen, da ich es nicht leiden kann, wenn der BH-Träger rausblitzt. 

Hier seht ihr die schöne Faltenlösung im Vorderteil noch einmal nah und das kleine Perlmuttknöpfchen, welches mich an meine Oma erinnert, da es aus ihrem unerschöpflichen Fundus stammt.
Ich sehe gerade, dass sind keine Flecken da links, sondern Knospenblätter von der Felsenbirne...
Und nun raus mit dem Blüschen in diesen sommerlichen Frühling, der sich gerade unglaublich ins Zeug legt.
Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 9 aus FashionStyle 4/2017, Gr. 40, Vorderteil leicht gekürzt
Stoff: feine BW vom Stoffekontor Leipzig (34€ pro Meter)
Fotos: die Tochter
Verlinkt mit RUMS


Dienstag, 10. April 2018

Tierische Baby-Patchworkdecke

Einfach nur zauberhaft fand ich ein Paneel mit den Waldtieren. Ich habe daraus eine Decke für meine Freundin gemacht, die vor fünf Wochen zum ersten Mal Oma wurde.

Die Tierbildchen habe ich auseinandergeschnitten, neu sortiert und mit Stoff aus dem Fundus ergänzt. Die Decke ist ganz klassisch dreiteilig und besteht aus Top, einem mitteldicken Volumenvlies und einer gelben einfarbigen Rückseite (auch aus meinem Vorrat). Gequilltet wurde nur entlang der gelben Verbindungsstücke, da ich nicht über die Bilder drüber nähen wollte.

Zwei kleine Bildchen waren übrig. Eines habe ich mit Name und Geburtstag des Enkel-Mädchens bestickt und mit der Hand auf der Rückseite der Decke aufgenäht.
Das andere Bildchen ziert ein Kissen, eine  passende Paspel fand sich auch noch.
 
Und heute gehen Decke und Kissen per Post zu den stolzen Großeltern.
Verlinkt mit Creadienstag.

Mittwoch, 4. April 2018

Hosen-Angst überwunden

Ich habe tatsächlich bisher erst eine tragbare Hose genäht (vor vielen Jahren unter Anleitung) und danach keinen Bock mehr auf dieses Kleidungsstück gehabt. Vielleicht auch, weil mir Kaufhosen eigentlich recht gut passen. Doch dann hat mir dieser kleingemusterte Stoffcoupon im vergangenen Herbst direkt am Verkaufsstand gesagt, dass er unbedingt eine Zigarettenhose werden will. Et voilà, da ist sie:

Quelle: BurdaStyle
Quelle: BurdaStyle























Ich habe das Modell 111 aus der März-Burda 2018 in Größe 40 genäht und es mir mit den Reißverschlusseinsätzen und der Paspeltasche auf dem Po nicht gerade einfach gemacht.

Aber ich liebe ja inzwischen solche nähtechnischen Herausforderungen und bei einem wunderbaren Nähwochenende mit Gleichgesinnten konnte ich auf Hilfe hoffen... Außerdem bietet Burda zu diesem Modell einen Bildernähkurs an, dem ich sehr gut folgen konnte. Den seitlichen Reißverschluss habe ich weggelassen, da es reicht, zum Anziehen die beiden vorderen Reißverschlüsse zu öffnen. Bei Burda sind die nur zur Deko da.
 Nun, wenn ich die Fotos von hinten so sehe, bin ich mir nicht so sicher, ob alle Falten da wirklich hingehören... Ich habe es wohl trotz einer leichten Anpassung für einen flachen Po nicht ganz hinbekommen. Da ist also noch Luft nach oben. Wichtig war für mich, dass ich meinen Hosen-Horror überwunden habe - eine nächste ist schon in Planung. Tragbar ist diese Hose für mich auf jeden Fall am liebsten mit Pumps. Es geht aber auch lässiger mit Sneakers:
Nun freue ich mich bei endlich frühlingshaften Temperaturen beim MMM dabei zu sein, wo heute Nina in einer sehr coolen Hosen alle Selbernäherinnen zur Modenschau einlädt. Und weil meine Hose aus der März-Burda ist, verlinke ich noch bei Sandra (Zufall, wenn's klappt!), die alle März-Favoriten sammelt. 
Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 111 aus Burdastyle 3/2018, Gr. 40 mit Anpassung für flachen Po
Stoff: BW-Stretch vom Stoffmarkt (10€ pro Meter)
Fotos: die Tochter

Montag, 2. April 2018

Teure Tücher aus der Lausitz

"Teure Tücher - Meterware aus der Oberlausitz" - das ist der Titel einer halbstündigen Dokumentation, die morgen Abend 20.45 Uhr im MDR läuft.
Ich lege sie allen ans Herz, die sich über das Nähen hinaus für traditionelle und moderne Textilproduktion made in Germany interessieren. Es geht um Frottee, Cord und vor allem um Damast.
Dass der nicht nur als Tisch- oder Betttuch glänzt, beweist das Modelabel GERMENS aus Chemnitz. Sie ordern bei der Firma Damino in Großschönau feinen Damast für ihre extravaganten Herrenhemden und setzten designmäßig mit ungewöhnlichen Mustern und kräftigen Farben noch eins drauf:
Eisschnellläufer Nico Ihle trägt ein Hemd des Designers René König (rechts). Sein Modeatelier GERMENS verarbeitet ausschließlich Stoffe aus der Oberlausitz. (Quelle MDR/Werkblende)
Seit 350 Jahren wird in der Oberlausitz Damast gewebt - dies ist der letzten funktionierende Damast-Handwebstuhl im Museum Großschönau. Im 17.Jahrhundert musterten und webten die Arbeiter rund anderthalb Jahre an einem großen Tischtuch, welches zum Beispiel der sächsische Kurfürst für seine Tafel am Dresdner Hof orderte.
Quelle: MDR/Werkblende
Die Familie von Katrin Tröger stellt seit den 70er Jahren in ihrer kleinen Privatweberei in einem Umgebindehaus in Eibau exklusive Einzelstücke nach Kundenwunsch her.
Quelle MDR/Werkblende
Musterentwerferin zu DDR-Zeiten...
Quelle:Damino GmbH

Wen es also mal in die Oberlausitz ganz im südöstlichen Zipfel der Republik verschlägt, der sollte in der Gegend um Großschönau, Neugersdorf und Eibau nach feinen Stoffen Ausschau halten, denn die größeren Betriebe bieten fast alle auch einen Werksverkauf an. Außerdem empfehle ich das Damast- und Frottiermuseum in Großschönau. Und alle anderen können ja beim MDR reinschauen: "Teure Tücher" am 3.April 2018 um 20.45 Uhr. Hier noch der Link zum Film in der MDR-Mediathek.