Donnerstag, 14. März 2019

Sweat-Jacke mit Botschaft

...und diese Botschaft lautet schlicht:
ein kuschlig-warmer Seelentröster für trübe Stunden zu sein aber auch als luftig-leichte Hülle für frühlingshafte Terrassen-Nachmittage zu taugen.

Die Jacke ist nämlich nicht für mich, sondern für meine Lieblingscousine. Die muss sich in den nächsten Monaten einer Chemotherapie unterziehen. Zu deren Nebenwirkungen gehört das Frieren. Außerdem ist die Immunabwehr geschwächt, man sollte sich in dieser Zeit also keinen Infekt einfangen. Und da ich ihr unbedingt etwas Tröstliches, Mutmachendes für diese Zeit schenken wollte, habe ich meine derzeitige Lieblingsjacke einfach noch mal für meine Cousine genäht. Schnitt- und Stoffquelle habe ich am Beitragsende für Euch zusammengefasst.
Der hellpetrolfarbene Jogging-Sweat ist angeraut und wunderbar kuschlig. Da die Beschenkte keine Kapuzen mag, habe ich mich für jeansblaues BW-Strickbündchen als Stehkragen entschieden.

Die überlange Ärmelbündchen liebe ich an meiner Jacke sehr - einfach ein cooles Detail. Und so gibt es die auch wieder bei diesem Modell. Die Nähte habe ich mit einem Zierstich übernäht und so die Nahtzugaben innen recht ordetlich sauber und flach hinbekommen, denn ich besitze keine Overlockmaschine.

Auch wenn ich manchmal über meine Stoffrestemengen verzweifle, wurde ich dort wieder einmal fündig: perfekt passender hellgrüner Jersey für den Beleg! Den habe ich auch bei den Taschen in der Seitennaht verwendet. Geschlossen wird die Jacke mit 5 großen dunkelblauen Druckknöpfen.
Da meine Cousine und ich ungefähr die gleiche Größe haben, probiere ich jetzt die Jacke mal an und freue mich daran.
Nun aber ab damit ins Päckchen und mit ganz vielen guten Gedanken auf den Weg nach Niedersachsen.
 
 Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 17 aus FashionStyle 4/2017, Gr. 40 (ohne Kapuze)
Stoff: Jogging-Sweat und Strickbündchen von Evlis Needle
Druckknöpfe ⊘20mm vom Stoffe.de

Verlinkt bei Sew La La

Mittwoch, 6. März 2019

Marlene-Hose aus Modal

Heute treffen sich wieder viele Nähbegeisterte beim MeMadeMittwoch, wo Elke mit einem ganz zauberhaften Kleid vortanzt. Schaut unbedingt mal vorbei.
Ich reihe mich heute mit einer Hose ein. Ganz selten kommt es vor, dass ein Teil bei mir zum UFO wird. Diese Hose allerdings war eines.
Hier stimmt die Farbe:  ein richtiges  Mausgrau

Seit letztem Sommer lag sie halbfertig im Nähzimmer rum. Keine Ahnung warum ich darüber die Lust verloren hatte. Und die kam auch im Herbst nicht wieder, da ich die dünne Hose hätte eh nicht tragen können. Nach den ersten warmen Februartage aber habe ich sie hergenommen, um mir ein locker-luftiges Frühlings-Teil zu machen. Lediglich der seitliche Reißverschluss, der innere Bund und die Beinsäume fehlten noch.Hat gerade mal einen Nachmittag und einen Abend (handgesäumt) gedauert. Beim Zuschnitt habe ich etwas knapp die Länge kalkuliert, deshalb ist die Hose für Pumps zu kurz - aber im Alltag kann ich sie auch gut mit flachen Schuhen kombinieren.
leider etwas violettstichig

Der Schnitt ist Modell 106 aus Burda Style 10/2016. Ich habe allerdings einfache schräge Eingrifftaschen genäht. 
Größe 40 habe ich nur in der Taille geringfügig angepasst, sonst war es perfekt. Der Bund ist nämlich sehr hoch, sitzt wirklich richtig in der Taille, aber ich finde das sehr angenehm. Der Stoff ist ein Modal aus diesem kleinen Dresdner Stoffladen. Ich habe das Material zum ersten Mal verarbeitet und es ging wunderbar. Der Stoff fällt schön und hat einen seidigen Griff. Allerdings knittert er nach einem Bürotag doch mehr als ich erwartet hätte. Vielleicht sollte ich ein Stehpult beantragen - soll ja auch für den Rücken besser sein...
Und weil mein neuer Pulli (mit dem ich mich komplett aus meiner farblichen Komfortzone herausgewagt habe) perfekt zur Hose passt, zeige ich Euch noch diese grau-gelbe Kombination:

Der Pullover ist nicht von mir gestrickt, sondern von meiner Mutsch - ein Auftragswerk sozusagen.  Obwohl ich mit Stricken so gar nichts am Hut habe, blättere ich gerne ich entsprechenden Zeitschriften.Da habe ich mich sofort in dieses Modell mit den Sternen verliebt.
Quelle: Stricktrends 1/2019 Modell 24

Die Wolle ist wie beim Original: 400g "Prima" von LANA GROSSA, ein wunderbares Baumwollgarn. Das Muster entsteht durch rechte und linke Maschen, sonst kann ich zum Sticken leider nicht viel sagen, leite Eure Fragen aber gerne weiter... 
Zusammenfassung:
Schnitt: BurdaStyle Modell 106 aus 10/2016
Stoff: mausgrauer Modal (15€ pro Meter)  

Sonntag, 3. März 2019

Kuschlige Katzenliebe


Seit Jahren bekommt meine kleine Nichte etwas Selbstgenähtes zu ihrem Geburtstag im Februar. Im Moment ist die Zehnjährige gerade auf dem Schwarz-Trip.

Und so gab es diese große Kuscheldecke . Ausgangspunkt war ein Panel (Bernatex-Kollektion "Cat-i-tude) im örtlichen Stoffladen. Denn die Kleine liebt nicht nur Schwarz, sondern auch Katzen.       
                                      
Ich kaufte zwei dieser ca. 70 cm breiten Stoffstücke, dazu den passenden Hintergrundstoff (schwarz mit grauen Kästchen) als Meterware, türkisen Kontraststoff für das Binding und ergänzte das alles mit einem braun-violetten Baumwollrest  aus meinem Stoffschrank. Den oberen und unteren Ornament-Rand habe ich übrigens abgeschnitten, direkt wieder zusammengenäht und in Quadrate zerschnitten:
Die Decke besteht also aus 12 Katzenquadraten und  sechs Ornamentquadraten und misst 1,3m x 2m. Die Rückseite ist schwarzer Fleece. Abgesteppt habe ich entlang der Quadrate, außerdem die Katzen und Ornamente als Umrisse - alles mit der Nähmaschine. Das kann man hier von hinten ganz gut sehen. Es war aber ein ziemliches Gewurschtel.
 

Das Binding habe ich von vorn mit der Maschine und von hinten mit der Hand genäht. Passend zum Panel gab es noch einen bunten Herzchenstoff, den ich auch gekauft, aber bei der Decke nicht verwendet habe. Und so gab es noch ein 50x50 großes Kissen dazu. Das Herz habe ich nach dieser Anleitung von Gesine (allie-and-me) gearbeitet. 
Da ich schon drei Wochen vor dem Geburtstag damit fertig war, durfte ich die fertige Decke noch einige Tage im örtlichen Stoffladen ausstellen - als Beispiel für andere Kunden, was aus den hier gekauften Stoffen entstehen kann.

Inzwischen  aber ist das Teil bei der neuen Besitzerin und was soll ich sagen - das Geschenk wurde noch am Geburtstagsabend genutzt 😍:


Dienstag, 26. Februar 2019

Nepal und der Kaffesack

Ja, es gibt tatsächlich Kaffee aus Nepals Höhenlagen, aber bei mir geht es heute um die Tasche "Nepal" von Martina (Machwerke). Der Schnitt liegt schon lange bei mir, aber erst dieser Blogbeitrag von Christiane (Schnitt für Schnitt) war der Anstoß, mir endlich eine zu nähen. Vielen Dank für die Inspiration.
An einer Kaffeerösterei fahre ich nämlich täglich auf dem Weg zur Arbeit vorbei. Dort habe ich für 4,-€ zwei Säcke bekommen. Der eine wanderte allerdings sofort in den Müll, da er aus einem gewebten Kunststoff bestand und das Bebügeln mit Vlies nicht überstanden hat. Der zweite Sack war aus Jute. Die oberen Taschenteile habe ich gleich nach dem Zuschnitt mit einem dünnen beigefarbenen Vlies G785 verstärkt und an den Rändern versäubert, damit sich die grobe Jutestruktur nicht völlig auflöst beim Nähen. Diesen Tipp habe ich von Christiane und es hat super funktioniert. Auf die äußere Reißverschlusstasche habe ich verzichtet um den Schriftzug bzw. das Bild  nicht zu zerstören.
Dafür hat meine Tasche innen auf beiden Seiten jeweils kleine Taschen.


Für das Unterteil und die Henkel habe ich ein Kunstleder verwendet. Ich habe den Boden aber noch mit Decovil light und die Seiten mit H200 verstärkt. Es lies sich trotzdem alles gut verarbeiten, ich habe mit großem Stich genäht. Die braune Paspel passt gut zum Aufdruck mit der Kaffeebohne.
Allerdings bin ich noch nicht überzeugt, dass die Henkel lange halten, zumal die Tasche groß und öfter ziemlich schwer beladen ist. Dunkelblaues Gurtband würde aber auch funktionieren. Und weil ich Schraubnieten genommen habe, kann ich das ja jederzeit auswechseln.
Diese Nieten und alles andere Zubehör (Reißverschluss, Ösen) habe ich direkt bei Martina im Machwerke-Shop bestellt. Die Lieferung war schnell und die Teile sind von ausgezeichneter Qualität, kann ich nur empfehlen! Ich habe die Tasche seit zwei Wochen in Gebrauch und liebe sie sehr. Und für alle die es interessiert: die Jute "fusselt" anfangs etwas aber nach wenigen Tagen lässt das nach und sie hinterlässt keine Spuren mehr am Mantel.

Zusammenfassung:
Schnitt: Tasche "Nepal" von Machwerke
Stoff: Jute-Kaffeesack, Kunstleder von Mahler-Stoff HH, weiße Baumwolle aus dem Fundus
Zubehör: Reißverschluss, Nieten, Ösen von Machwerke-Shop

Fotos: von mir
Hinweis bezüglich Werbung:
Unbeauftragte Werbung durch Marken/Shop-Nennung;
Nähzubehör ist selbst gekauft, der Schnitt ist gratis

Verlinkt bei Creadienstag


Mittwoch, 6. Februar 2019

Bretonisches Fischer-Shirt

Schon ganz lange möchte ich diesen Klassiker in meiner Garderobe haben. Und im letzten Sommer entdeckte ich bei "Stoffrausch" in Berlin-Friedrichshain einen 1,30 m Rest dieses gestreiften Baumwoll-Strickjerseys.
Der schlichte Schnitt dazu war schnell gefunden: Raglansweater Modell 114 aus BurdaStyle 10/2016 hier schon einmal in Größe 36 für die Tochter genäht. Für mich habe ich eine 40 zugeschnitten und um rund 5 cm verlängert.
Für die Paspelstreifen habe ich aus meiner Restekiste einen passenden dunkelblauen Sweat gefischt, 3cm breite Streifen geschnitten, einmal längs gefaltet und ohne eine innenliegende Kordel verarbeitet:
Perfekte Musteranpassung war zwischen Ärmel und Oberteil nicht möglich, aber an den Seitennähten habe ich darauf geachtet. Das ging relativ gut und ohne zu verrutschen, nachdem jeder einzelne Streifen seine eigene Stecknadel bekommen hat.
Ein Lieblingsstück für alle Tage ist es geworden, das ich sicher rund ums Jahr tragen werde. Die Bilder entstanden vor einer Woche in Bad Schandau an der Elbe - maritimes Flair gleich um die Ecke sozusagen mit einer leichten Ahnung von Frühling.
Mit meinem Sweater gehe ich heute beim MMM vor Anker. Dort treffen sich die gutgekleideten Selbernäherinnen wieder zum monatlichen Schaulaufen, angeführt von Sylvia und Carola.

Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 114 aus BurdaStyle 10/2016 Größe 40 (5cm verlängert)
Stoff: BW-Strickjersey
Fotos: mein Mann

Donnerstag, 24. Januar 2019

Pepita


An diesem Muster kommt ja derzeit kaum einer vorbei.  Auch meine Jüngste fand, dass sie daraus unbedingt eine Hose braucht. Die könne ruhig ein bischen schick sein


Gemeinsam suchten wir den Schnitt aus: Modell 114 aus BurdaStyle 10/2018

Quelle: BurdaStyle 10/2018

Der Stoff ist ein schön fallendes, dünnes Wollgemisch aus dem örtlichen Stoffladen.


Der Schnitt ließ sich sehr gut nähen und passte fast ohne Änderungen in Größe 36. Lediglich im rückwärtigen Bund habe ich einen breiten Gummi eingefügt, damit die Hose direkt an der Taille anliegt. Die kleinen Fältchen fallen aber kaum auf (mit Gürtel schon gar nicht;))

Das eigentlich vorgesehene Bindeband wurde abgewählt (zum Glück, denn der Stoff hätte dafür nicht gereicht) und die Beine sollten nach unten hin schmal zulaufen.

Kein Problem, und so ist es ein Teil ganz nach ihren Wünschen geworden. Zur Silvesterparty hatte die Hose bereits Premiere, aber sie lässt sich auch alltagstauglich stylen.

Und weil es heute zwar nicht um meine Kleidung, aber um Genähtes für Erwachsenen geht, verlinke ich bei SEW LA LA
Zusammenfassung:

Schnitt: Modell 114 aus BurdaStyle 10/20185, Größe 36 (verlängert)

Stoff: Mischgewebe mit Wolle (1,30 m) von hier

Fotos: von mir

Sonntag, 20. Januar 2019

Stoffdiät 2018 - Abrechnung


Frau Küstensocke, die mich und andere seit nunmehr zwei Jahren bei der Stoffdiät motiviert und unterstützt zieht eine Bilanz der letzten 12 Monate. Und auch ich habe meine Aufzeichnungen durchgesehen, denn immerhin führe ich jetzt über Stoffein- und ausgänge Buch. Ich fange mal mit dem Positiven an: Sehr froh bin ich, dass ich in diesem Jahr wieder einige BW/Deko-Stoffe verarbeiten konnte (warum habe ich die eigentlich mal so gehortet???)
Für diese Babydecke habe ich ein kleines Panel mit Tieren zugekauft und mit eigenen Stoffen kombiniert

eines von vielen kleinen Täschlein, die schnell als Geschenk taugen

Kissen aus einem gehüteten und heißgeliebten Stoff vom Möbelschweden
Sehr glücklich war ich, dass dieses gepunktete Schätzchen nach ca. 10 Jahren mein Stofflager als Tellerrock verlassen konnte:
Aber nun mal zu den Zahlen:
69,2 m Stoff befanden sich im Januar 2018 im Lager. Dazu zählt übrigens alles, was 0,5 m und mehr ist.  Im Laufe des Jahres habe ich fast genauso viel Stoff vernäht (46,2 m) wie ich neu gekauft (41 m) habe. Das ist ja prinzipiell nicht verkehrt, führt allerdings dazu, dass sich der Gesamtbestand nur um reichlich 5 Meter verringert hat.
64 m habe ich also noch immer im Fundus (obwohl 50 m das Ziel waren)!


Alle diese Stoffe habe ich mir jetzt noch einmal genauer angeschaut:

konkreten Projekten zugeordnet sind folgende:
kurzes Jäcken - silbergrauer italienischer Designerjacquard
Sweater - blau-weißer Streifenjersey
Cardigan - dünner beiger Strickstoff (ist seit heute sogar schon zugeschnitten)
Sommerkleid - Kranich-Viskose
Hose und Top - graugrüne Baumwolle mit Elsthan und heller Jersey


Ohne klare Verwendung liegen auch noch einige schöne Stöffchen hier, doch dazu fällt mir sicher was ein:


gelber BW-Stoff (Urlaubsmitbringsel aus Menorca)
braunes Wildlederimitat (Stoffmarkt)
japanischer Leinenstoff mit zwei schönen Seiten
diverse sommerliche Viskose für Kleider oder Oberteile

Außerdem gibt es noch einen kleinen Stapel seltsamer Schrankleichen, zu denen mir immer noch nix einfällt
Es bleibt immer noch ein stattlicher Stapel BW- und Dekostoffe:
Frau Küstensocke arbeitet so etwas ja in unzählige Patchworkdecken ein - könnte auch für mich eine Lösung sein...

Und diese Jerseys wurden leider auch nicht weniger, da ich eher die Webstoffnäherin bin. Vielleicht nehme ich davon was mit zum Tauschtisch beim nächsten Nähtreffen.

Soweit mein Fazit. Ich werde also weiter mit den anderen zusammen auch in diesem Jahr an meinen Stoffstapeln arbeiten und bin froh, dass die Aktion bei Frau Küstensocke weiter geht.