Freitag, 16. November 2018

Unterwegs-Kissen

Diese beiden praktischen Teile entstanden nach unserem letzten Ausflug in die Sächsische Schweiz.

Dort vermissten wir nämlich mal wieder eine schnelle und bequeme Sitzgelegenheit während unseres Picknicks am Fels.

Verschenkt habe ich solche Unterwegs-Kissen schon mehrfach. Nun fügte es sich, dass ich das auf dem Bernina-Blog erläuterte freie Quilten ausprobieren wollte und die Restekiste überquoll.
Außerdem lag noch ein angefangenes Häuschen (inspiriert von Valomeas Flickenkiste) herum, welches gut zur Meeresoptik passte. Ein schnelles Ergebnis und einen Stückelei, die Spaß gemacht hat. Die Rückseite ist schlicht einfarbig und als Zwischenschicht habe ich einen Volumenvliesrest genutzt.
Bewährt haben sich die beiden Teile inzwischen bereits während der Herbstferien auf Menorca.
Sie passen zusammengerollt in jeden Rucksack und nehmen auch im Flugzeug-Handgepäck kaum Platz weg. Und weil es so gut passt, verlinke ich heute wieder einmal zu Marions Restefest.

Mittwoch, 7. November 2018

Vom Kummerkauf zum Kuschelkleid

Wie schön, dass es heute wieder einen MeMadeMittwoch gibt, wo uns Nina gleich mit einer kompletten Herbstgarderobe empfängt und sich die nähbegeisterte Community auf dem virtuellen Laufsteg trifft.
 
Ich bin heute mit einem Kleid dabei, dass für mich eine sehr emotionale Geschichte hat. Den kuschelweichen Jacquard-Sweat in Fischgratoptik habe ich im Sommer in Berlin gekauft. Es war ein Kummerkauf an einem Junitag, als mein Papa nach einem sehr schweren Unfall operiert wurde - Ausgang offen. Ich habe es nicht ausgehalten, diese vielen Stunden in der Klinik zu warten und bin durch diverse Stoffläden getingelt, um mich abzulenken. Dieser hellgraue Schmeichelstoff hatte dann für mich tatsächlich etwas Tröstliches. Ich habe ihn also gekauft, ohne zu wissen, ob jemals etwas daraus werden kann. Denn das hing einzig und allein vom Erfolg der Operation ab. Wenn die nicht gut gegangen wäre, hätte ich den Stoff sicher niemals anschneiden können...
Aber weil die Ärzte und Schwestern des Unfallkrankenhauses meinen Paps gerettet haben, gibt es heute dieses Kleid.

Der Schnitt ist Modell 109 aus Burda 9/2012 (auch als "Schwanenkleid" bekannt). Ich habe ihn hier schon einmal aus Webstoff genäht. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass die vorgegebene Dreiviertelarmlänge im Winter nix für mich ist. Das fiel mir aber jetzt erst wieder nach dem Zuschnitt ein und so habe ich die Ärmel nachträglich mit Bündchen verlängert.
 
Und der Kragen ist auch neu, war aber bereits als Version im Schnitt vorgesehen. Vorn ist er halsfern genug, als dass er mir nicht die Luft nimmt und im Nacken überrascht er mit einem Minidekolleté.
 
An den Seiten und im Rücken habe ich je einen Zentimeter an Weite weggenommen, was sicher am dehnbaren Stoff liegt, denn beim Webkaro des ersten Kleides war dies nicht notwendig. Gefüttert habe ich das Sweatkleid nicht; ich trage es mit einem Unterkleid.
Und wenn es mir doch ein wenig am Nackenausschnitt zieht, dann ergänze ich das Kleid mit diesem Tuch, welches mir meine Mutsch gestrickt hat, als sie meinen Paps zur Kur begleitete.

Das helle Grau passt perfekt. Muster und Wollempfehlung (Lana Grossa SILKHAIR) stammen aus dem Sonderheft Fantastische Sommer-Strickideen 03/2018   

Zusammenfassung:

Schnitt: Modell 109 Burda 9/2012, Größe 40

Stoff: Jacquard-Sweat von "Traumbeere" (15,90€/Meter) 
Wolle: Lana Grossa SILKHAIR Print 323 (Rohweiß/Hellgrau/Dunkelgrau/Schwarz)
Fotos: die Tochter

Montag, 5. November 2018

Novemberwetter-Projekt geht voran

Langsam aber stetig arbeite ich an meiner Winterjacke.


Die hat jetzt immerhin schon einen Ärmel, mit dem ich mich allerdings ein wenig herumgeärgert habe. Das Kunstleder ist doch etwas störrisch und die Kugel legt sich nicht sehr geschmeidig ins Armloch. Sogar geheftet habe ich, damit es einigermaßen funktioniert. Nun ist der Ärmel bisher auch noch ungefüttert. Er bekommt innen noch Steppfutterärmel. Mit etwas mehr Volumen wird es sicher auch noch besser. Bei Vorder- und Rückenteilen habe ich dünnen Thermovlies an die zugeschnitten Teile geheftet und dann alles wie eine Lage verarbeitet.
Nur die Paspeltaschen habe ich vorher eingenäht und dann in den Vlies eine entsprechende Öffnung geschnitten, damit an der Stelle nicht alles so dick wird:
  


Die Paspeltaschen sind ganz gut gelungen und am meisten freue ich mich über den kleinen Stehkragen.
Nun ist Ärmel 2 an der Reihe, der mich sicher wieder einiges an Geduld kosten wird. Und so langsam wird die Jacke unhandlich unter der Maschine und schiebt ständig meine Nähzubehör vom Tisch. Frau Küstensocke (die die gemeinsame Nähaktion organisiert) ist da schon drüber hinweg, denn ihr warmer Mantel ist fertig und sie näht schon das nächste Novemberwetter-Teil. Beneidenswert! Wie weit die anderen Mitstreiterinnen sind, seht ihr hier.