Donnerstag, 11. Oktober 2018

Novemberwetter-Nähpläne

Frau Küstensocke lädt ein, gemeinsam etwas für die grauen, nasskalten Spätherbsttage zu nähen und fragt heute nach Inspirationen: Welches Kleidungsstück wird mir am besten durch den November helfen?
Nicht allzuviel Zeit für ein ambitioniertes Projekt. Aber ich brauche sowieso eine neue warme Jacke und da kann ich gleich noch ein wenig motivierter ans Werk gehen. Dieses Lieblingsstück muss dringend ersetzt werden:
Ich habe die Jacke zwei Winter lang sehr gerne und sehr oft getragen, aber der Stoff hat dies leider nicht so mitgemacht, wie erhofft. Die doch recht locker gewebte Wolle fusselt, pillt und bildet Knötchen - eigentlich schon gleich nach dem ersten Tragen. Ärgerlich. Aber nun geht das Teil optisch gar nicht mehr.
Der Schnitt ist klar und einfach: Burda-easy Herbst/Winter 2015, schon einmal kurz nach seinem Erscheinen von mir genäht (verschlusslos und nur dünn gefüttert):
In meiner hellen Winterjacke habe ich ein sehr schönes leichtes Steppfutter verarbeitet, welches gut warm hält.
Das werde ich retten, also raustrennen und rundherum eine neue Jacke basteln. Welcher Stoff? Das ist noch nicht klar. Gerne möchte ich etwas aus meinem Lager verwenden (wegen der Stoffdiät), habe allerdings noch nicht geschaut, ob sich da was in ausreichender Menge findet.
Damit liege ich aber  noch gut im Fahrplan von Frau Küstensocke, denn so geht es weiter:
15.10.2018 Erst der Schnitt, dann das Material oder anders rum? Tipps zum Stoffkauf
22.10.2018 Material und Schnitt sind gewählt, jetzt kommt der Zuschnitt. Probemodell Ja/Nein?
05.11.2018 Zwischenstand / Hilfe bei mir reisst der Faden!
12.11.2018 Auf der Zielgeraden - Hamburg wir kommen!
19.11.2018 Das Große Finale
Auch wenn das Wetter einen noch nicht an nasskalte Herbsttage glauben lässt, kümmere ich mich jetzt mal um Stoff.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Es rockt

...und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Denn ich habe mir anlässlich einer 50er-Jahre-Party einen Punkte-Tellerrock genäht, mit dem ich heute zum MeMadeMittwoch tanze.
Der schwarz-braune Chiffon aus Poly und Viskose schlummerte jahrelang in meinem Stoffschrank. Er war wohl mal ein Internet-Schnäppchen und wusste lange Zeit so gar nicht, was er werden wollte. Bis vor einigen Wochen die Einladung zum Geburtstag meiner Cousine kam, die das Motto "Rockabilly" ausrief.
Der Stoff schrie sofort aus dem hintersten Fach, dass er der Richtige dafür ist. Als Unterstoff habe ich schwarzes Satinfutter dazu gekauft und zusammengehalten wird der Rock durch meinen bewährten Formbund. Dessen Innenseite ist aus einem einfachen BW-Rest, den ich bewusst gewählt habe, um ein Rutschen rund um die Taille zu vermeiden.

Am schwierigsten gestaltete sich wieder die Längenanpassung. Unglaublich, wie sich der Stoff im schrägen Fadenlauf aushängt. Ich habe sowohl beim Chiffon als auch beim Futter stellenweise knapp 10 Zentimeter gekürzt, während die Seitennähte unverändert blieben. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man denken, ich war beim Zuschnitt betrunken. Völlig nüchtern und mit ruhiger Hand hat mir Doreen (Wolleliese) bei einem fröhlichen Nähnachmittag eine gleichmäßige Saumkante markiert. Beim Chiffon-Oberrock habe ich dann den Saum abgekurbelt, also einmal knapp umgeschlagen, mit einem kleinen Zickzackstich umrundet und den eingeschlagenen Stoff vorsichtig abgeschnitten. Wer das nicht kennt, findet zahlreiche Anleitungen dazu im Internet. Dem Unterrock habe ich einen Schrägbandsaum verpasst.
 


Mit einem Tüllunterrock sollte der Rock noch etwas Stand bekommen. Da die Zeit fehlte, einen passenden in Schwarz zu nähen, habe ich meinen 35 Jahre alten weißen Petticoat aus Turniertanzzeiten vom Boden geholt.
 

Den hat mir damals meine Mutsch genäht und durch den Gummibund passt er sogar noch... Auch meine Cousine hat ihren Petticoat übrigens selbstgenäht:

 Als Gürtel habe ich ein schwarzes Ripsband mit einer kleinen Samtschleife versehen. Die verdeckt die beiden Häkchen, mit denen das Band geschlossen wird. Das passende (Kauf)Shirt fand sich im Schrank und um den Look perfekt zu machen, habe ich aus einem Chiffonrest ein kleines Halstuch genäht.


Mein Outfit und der Partyabend waren ein voller Erfolg und ich muss mal schauen, ob der Rock ohne Petticoat auch alltagstauglich zu stylen ist. Zum Tanzen taugt er auf jeden Fall, wie dieser leider etwas unscharfe Schnappschuss zeigt:

Zusammenfassung:
Schnitt: Tellerrock nach meinen Maßen und eigenen Formbund
Stoff: Viskose-Poly-Gemisch und Futter (je 2 Meter) 
Fotos: der Ehemann und die Tochter

Sonntag, 23. September 2018

Stoffdiät - Positivbilanz

Seit 20 Monaten bin ich nun schon bei der von Küstensocke initiierten Aktion dabei. Ziel ist, wieder Platz im Stofflager zu schaffen. Eigentlich dachte ich, seit dem letzten Update im Juli nicht besonders viel genäht zu haben. Doch immerhin zähle ich ein Kleid, eine Bluse, ein Top und ein Shirt. Außerdem habe ich wieder BW-Dekostoff abgebaut und diese beiden Kissen für eine Freundin genäht:


Die kleine Tasche hier wurde noch fertig und auch gleich verschenkt.

Der Stoffverbrauch ist zwar zu vernachlässigen aber ich habe einen Rest von meinem geliebten Käferrock nutzen können, was mich sehr freut. Denn ich bin bekennende Resteaufheberin und ganz happy, wenn auch kleine Stücke noch ein feines Teil werden.
Und die vier Meter Stoff, die in diesem Tellerrock stecken, zähle ich auch mit, obwohl er noch nicht gesäumt ist. Das passiert aber in den nächsten Tagen, denn eine 50er-Jahre-Party steht an. Danach gibt es dann auch Fotos an der Frau und einen Extra-Beitrag zum Rock.

Und das ist die Bilanz (seit Juli) in Zahlen:
6 m gekauft
10 m vernäht

Macht also einen Stoffabbau von 4 m.
Die Richtung stimmt schon mal und ein erstes Herbstkleid ist auch bereits zugeschnitten - aus dem Stoffbestand. Jetzt schicke ich meine kleinen Erfolge zu Frau Küstensocke, die wie immer in anderen Dimensionen abrechnet.
 
 

Mittwoch, 5. September 2018

Seidenbluse

Herrlich, es ist wieder MeMadeMittwoch und ich bin mit einem neuen sommerlichen Teil dabei.
Denn auch ich habe mich an der in Nähkreisen schon öfter besprochenen Burda-Bluse mit der Kräuselblende probiert.

Für einen feinen dünnen Seidenstoff suchte ich einen schlichten Schnitt mit dem gewissen Etwas. Modell 108 aus Burda 2/2018 schien mir geeignet, zumal Julia auf Instagram einen wirklich sehr dünnen Stoff empfiehlt.

Dieser Seiden-Hauch allerdings hat mich schon beim Zuschnitt Nerven gekostet. Nie lag der gerade! Eine schnelle Handbewegung und schon wurden aus den Quadraten Rhomben/Rauten. Andererseits ermöglichte mir das Karomuster überhaupt erst einen einigermaßen korrekten Zuschnitt - allerdings nicht im Stoffbruch, sondern schön einzeln nebeneinander.
Die Blende habe ich dann auch mit Hilfe einer Zeichenkartonvorlage zugeschnitten, den je kleiner die Schnitteile waren, umso schneller verrutschte mein dünnes Kopierpapier auf dem Stoff noch bevor ich es irgendwie fixieren konnte. Ne, so schnell brauche ich das nicht wieder!
Bei der Blende sollte wirklich exakt gearbeitet werden. Was die Kräuselung betrifft ist bei mir sicher noch Luft nach oben, aber auch hier machte der feine Stoff was er wollte... Und außerdem hätte ich ihn wohl vor dem Nähen versäubern müssen, denn mit jeder Bewegung franste die Schnittränder und überall klebten die feinen Seidenfäden.
Schließlich passte aber alles ganz gut zusammen.
Die Bluse hat französische Nähte. Leider habe ich keine Ahnung, wie da dann ein ordentlicher  seitlicher Schlitz zu nähen ist.
Ich habe das eher so nach Gefühl gemacht - geht sicher besser, aber wie?
Für einen großzügigen breiten Saum hatte ich leider nicht lang genug zugeschnitten. Um nicht so viel Länge einzubüßen, habe ich den Abschluss so schmal wie möglich genäht. Wie das bei feinen glatten Stoffen geht, hat mir mal Doreen gezeigt:


1. eine einfache gerade Naht direkt neben der Stoffkannte zur Stabilisierung nähen; an dieser Naht lässt sich jetzt auch ein dünner rutschiger Stoff leicht nach links umschlagen und bügeln:
2. Dann den gefalteten einfachen Saum mit einer weiteren geraden Naht fixieren:
3. das Ganze jetzt noch einmal ganz schmal nach links umschlagen, feststecken
 und direkt neben der zweiten Naht ein drittes Mal entlang nähen.
Auf der linken Stoffseite habt ihr jetzt zwei Nähte, auf der rechten Seite aber ist nur eine zu sehen. (Bei meinem weiten "Hermès"-Rock habe ich den Saum genauso gearbeitet - geht wirklich super.)
linke Seite

rechte Seite
Ganz glücklich bin ich aber mit der Bluse trotzdem nicht. Die Blende ist durch drei Stoffschichten (eine davon zusätzlich mit Einlage verstärkt) doch ziemlich schwer im Vergleich zur restlichen Bluse. Das heißt, bei Bewegungen rutscht sie sehr leicht nach vorn und zieht die Schulternähte mit vor. Deswegen zuppel und ziehe ich relativ oft daran herum, wenn ich sie trage. Mich würde interessieren, ob andere auch das Problem haben.


Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 108 aus BurdaStyle 02/2018, Gr. 38
Stoff: ganz dünne feine Seide von Karstadt (Schlussverkaufsschnäppchen 9,90 € pro Meter)
Fotos: von mir und dem Ehemann

Dienstag, 21. August 2018

Männershirt von Sebastian Hoofs

(unentgeltliche Werbung für ein gekauftes Buch)
Schon seit meinem Geburtstag im Februar liegt hier das Nähbuch für Männerkleidung von Sebastian Hoofs.


Künftig will ich mich auch in diesem Bereich ausprobieren. Ziel ist, ein tragbares Kleidungsstück für meinen (sehr kritischen) Mann zu nähen. Für den Prototyp des Shirts musste mein Neffe herhalten. Zu seinem 14. Geburtstag nähte ich ihm dieses Shirt mit Tasche in der kleinsten Männergröße 46. Dabei habe ich die zwei schönen Seiten des Jerseys genutzt.
Am Schnitt und der Beschreibung gibt es nix zu meckern - allein drei Passzeichen an den Ärmeln sorgen dafür, dass sie sich wunderbar einfügen lassen.
Selbst mein Angstgegner Ausschnittbündchen hat beim ersten Anlauf funktioniert. Die Passform ist eher slimfit und die Maßtabelle vorn im Buch sollte unbedingt beachtet werden.


Der Neffe hat sich sehr gefreut und war sofort zu einem Mini-Shooting bereit: "Sieht ja aus wie ein Markenshirt!" Klar, ist ja auch eine Marke - meine nämlich :)
Anerkennende Blicke gab es übrigens auch von meinem Mann. Beste Voraussetzungen, das Shirt nun in Größe 52 zu probieren.
Und damit reihe ich mich heute noch schnell beim Creadienstag ein.
Zusammenfassung:
Schnitt: T-Shirt aus Buch "Männerkleidung nähen" von Sebastian Hoofs, Gr. 46
Stoff: Jacquard-Jersey von Traumbeere Berlin (14,90 € pro Meter)
Fotos: meine





Donnerstag, 16. August 2018

Flotte Biene

Ein Sommerkleid war gewünscht - schlicht und luftig und vielleicht mit Streifen...
Die Vorstellung vom Tochterkind war recht konkret, ein Schnitt schnell gefunden und auch der Stoff noch vor dem Urlaub bestellt. Übrigens eine wirklich traumhafte Viskose von "Stoff und Stil".
Der Schnitt ist Modell 128 aus Burda Style 6/2013. Ich habe Größe 36 gewählt und beim Oberteil eine FBA gemacht, also Abnäher eingefügt, die ursprünglich nicht vorgesehen sind. Außerdem ist das Oberteil komplett gedoppelt bis zum Gummizug in der Taille. Und Seitennahttaschen habe ich auch noch hinzugefügt.
Quelle: Burda Style 6/2013
ordentliches Innenleben durch gedoppeltes Oberteil
Am Abend vor unserer Reise ins Elsass war das hochsommerliche Teilchen fertig und die Tochter glücklich. So haben wir nach unseren Wandertouren gut gekleidet einige wunderbare Abende genossen - komplett memade, denn auch ich habe in diesen heißen Tagen in meinem Lieblings-Sommerkleid "gewohnt". Genäht habe ich es aber schon im vergangenen Jahr - hier nachzulesen.    

Und nun verlinke ich erstmals bei Sewlala , wo jetzt immer donnerstags selbst genähte Erwachsenenkleidung gezeigt wird. 



Dienstag, 17. Juli 2018

Stoffdiät und Kummerkäufe

War ich im Mai noch auf einem guten Weg mit dem Stoffabbau, muss ich heute leider über einen Rückschlag berichten. Ich habe nicht viel genäht in den letzten acht Wochen. Ein Shirt (hier gezeigt) und ein Geburtstagskleid fürs große Tochterkind:

Es ist schon die zweite Version, weil dieses erste Kleid zum Lieblingsteil avancierte.
Entstanden ist es wieder nach einem Top-Schnitt Modell 28 aus der Fashion Style 5/2015 - einfach verlängert und die hintere Kellerfalte hinzugefügt.
Und dann habe ich für die jüngste Tochter eine Hüfttasche genäht:
 
Die HipBag von Schnabelina gibt es als Freebook. Der Stoffverbrauch dafür ist allerdings zu vernachlässigen...
Ach ja, und diese sommerlich-leichte BW-Decke für das Sofa ist auch noch entstanden.
 
 
Den Stoff habe ich aber auch neu gekauft und genau dafür ausgesucht, weil ich die Kauf-Decken alle zu wuchtig und dick fand und außerdem keine Fransen und die Farbe passend zu den vorhandenen hellgrauen Kissen wollte. Als Einfassung habe ich zumindest einen vorhandenen Jerseyrest genutzt.
Und hier seht Ihr meine noch unverarbeiteten Stoffkäufe der letzten beiden Monate:

Immerhin, für einen Teil davon gibt es konkrete und zeitnahe Projekte.
 
Diese beiden(ein butterweicher Fischgrat-Wolljersey und ein maritimer Streifenromanit) sind aber eindeutig der Kategorie Belohnungskäufe oder Stressabbau zuzuordnen, da mich familiär gerade eine Riesen"baustelle" auf Trapp gehalten hat. So wie manche aus Kummer essen, musste ich halt zwischendurch mal schönen Stoff kaufen...


Und das ist die Bilanz (seit Mai)in Zahlen:
14,80 m gekauft
5,30 m vernäht
1,50 m sind in Form einer fast fertigen Hose noch in Arbeit (die zähle ich jetzt mal mit...)

Ergibt also eine "geschönte" Bilanz von 8 m mehr Stoff auf Lager!

Ich gelobe Besserung und schicke mein Fazit zu Frau Küstensocke, die beim Stoffabbau nicht zu toppen ist, uns aber immer wieder mit ihrer Aktion motiviert.

Und da der Tag passt, verlinke ich noch mit Creadienstag
Fotos von mir