Mittwoch, 6. Februar 2019

Bretonisches Fischer-Shirt

Schon ganz lange möchte ich diesen Klassiker in meiner Garderobe haben. Und im letzten Sommer entdeckte ich bei "Stoffrausch" in Berlin-Friedrichshain einen 1,30 m Rest dieses gestreiften Baumwoll-Strickjerseys.
Der schlichte Schnitt dazu war schnell gefunden: Raglansweater Modell 114 aus BurdaStyle 10/2016 hier schon einmal in Größe 36 für die Tochter genäht. Für mich habe ich eine 40 zugeschnitten und um rund 5 cm verlängert.
Für die Paspelstreifen habe ich aus meiner Restekiste einen passenden dunkelblauen Sweat gefischt, 3cm breite Streifen geschnitten, einmal längs gefaltet und ohne eine innenliegende Kordel verarbeitet:
Perfekte Musteranpassung war zwischen Ärmel und Oberteil nicht möglich, aber an den Seitennähten habe ich darauf geachtet. Das ging relativ gut und ohne zu verrutschen, nachdem jeder einzelne Streifen seine eigene Stecknadel bekommen hat.
Ein Lieblingsstück für alle Tage ist es geworden, das ich sicher rund ums Jahr tragen werde. Die Bilder entstanden vor einer Woche in Bad Schandau an der Elbe - maritimes Flair gleich um die Ecke sozusagen mit einer leichten Ahnung von Frühling.
Mit meinem Sweater gehe ich heute beim MMM vor Anker. Dort treffen sich die gutgekleideten Selbernäherinnen wieder zum monatlichen Schaulaufen, angeführt von Sylvia und Carola.

Zusammenfassung:
Schnitt: Modell 114 aus BurdaStyle 10/2016 Größe 40 (5cm verlängert)
Stoff: BW-Strickjersey
Fotos: mein Mann

Donnerstag, 24. Januar 2019

Pepita


An diesem Muster kommt ja derzeit kaum einer vorbei.  Auch meine Jüngste fand, dass sie daraus unbedingt eine Hose braucht. Die könne ruhig ein bischen schick sein


Gemeinsam suchten wir den Schnitt aus: Modell 114 aus BurdaStyle 10/2018

Quelle: BurdaStyle 10/2018

Der Stoff ist ein schön fallendes, dünnes Wollgemisch aus dem örtlichen Stoffladen.


Der Schnitt ließ sich sehr gut nähen und passte fast ohne Änderungen in Größe 36. Lediglich im rückwärtigen Bund habe ich einen breiten Gummi eingefügt, damit die Hose direkt an der Taille anliegt. Die kleinen Fältchen fallen aber kaum auf (mit Gürtel schon gar nicht;))

Das eigentlich vorgesehene Bindeband wurde abgewählt (zum Glück, denn der Stoff hätte dafür nicht gereicht) und die Beine sollten nach unten hin schmal zulaufen.

Kein Problem, und so ist es ein Teil ganz nach ihren Wünschen geworden. Zur Silvesterparty hatte die Hose bereits Premiere, aber sie lässt sich auch alltagstauglich stylen.

Und weil es heute zwar nicht um meine Kleidung, aber um Genähtes für Erwachsenen geht, verlinke ich bei SEW LA LA
Zusammenfassung:

Schnitt: Modell 114 aus BurdaStyle 10/20185, Größe 36 (verlängert)

Stoff: Mischgewebe mit Wolle (1,30 m) von hier

Fotos: von mir

Sonntag, 20. Januar 2019

Stoffdiät 2018 - Abrechnung


Frau Küstensocke, die mich und andere seit nunmehr zwei Jahren bei der Stoffdiät motiviert und unterstützt zieht eine Bilanz der letzten 12 Monate. Und auch ich habe meine Aufzeichnungen durchgesehen, denn immerhin führe ich jetzt über Stoffein- und ausgänge Buch. Ich fange mal mit dem Positiven an: Sehr froh bin ich, dass ich in diesem Jahr wieder einige BW/Deko-Stoffe verarbeiten konnte (warum habe ich die eigentlich mal so gehortet???)
Für diese Babydecke habe ich ein kleines Panel mit Tieren zugekauft und mit eigenen Stoffen kombiniert

eines von vielen kleinen Täschlein, die schnell als Geschenk taugen

Kissen aus einem gehüteten und heißgeliebten Stoff vom Möbelschweden
Sehr glücklich war ich, dass dieses gepunktete Schätzchen nach ca. 10 Jahren mein Stofflager als Tellerrock verlassen konnte:
Aber nun mal zu den Zahlen:
69,2 m Stoff befanden sich im Januar 2018 im Lager. Dazu zählt übrigens alles, was 0,5 m und mehr ist.  Im Laufe des Jahres habe ich fast genauso viel Stoff vernäht (46,2 m) wie ich neu gekauft (41 m) habe. Das ist ja prinzipiell nicht verkehrt, führt allerdings dazu, dass sich der Gesamtbestand nur um reichlich 5 Meter verringert hat.
64 m habe ich also noch immer im Fundus (obwohl 50 m das Ziel waren)!


Alle diese Stoffe habe ich mir jetzt noch einmal genauer angeschaut:

konkreten Projekten zugeordnet sind folgende:
kurzes Jäcken - silbergrauer italienischer Designerjacquard
Sweater - blau-weißer Streifenjersey
Cardigan - dünner beiger Strickstoff (ist seit heute sogar schon zugeschnitten)
Sommerkleid - Kranich-Viskose
Hose und Top - graugrüne Baumwolle mit Elsthan und heller Jersey


Ohne klare Verwendung liegen auch noch einige schöne Stöffchen hier, doch dazu fällt mir sicher was ein:


gelber BW-Stoff (Urlaubsmitbringsel aus Menorca)
braunes Wildlederimitat (Stoffmarkt)
japanischer Leinenstoff mit zwei schönen Seiten
diverse sommerliche Viskose für Kleider oder Oberteile

Außerdem gibt es noch einen kleinen Stapel seltsamer Schrankleichen, zu denen mir immer noch nix einfällt
Es bleibt immer noch ein stattlicher Stapel BW- und Dekostoffe:
Frau Küstensocke arbeitet so etwas ja in unzählige Patchworkdecken ein - könnte auch für mich eine Lösung sein...

Und diese Jerseys wurden leider auch nicht weniger, da ich eher die Webstoffnäherin bin. Vielleicht nehme ich davon was mit zum Tauschtisch beim nächsten Nähtreffen.

Soweit mein Fazit. Ich werde also weiter mit den anderen zusammen auch in diesem Jahr an meinen Stoffstapeln arbeiten und bin froh, dass die Aktion bei Frau Küstensocke weiter geht.


Sonntag, 13. Januar 2019

Herrenhemd nach Sebastian Hoofs - Schnittbesprechung

"Männerkleidung nähen" - so heißt das Buch des Kölner Maßschneiders Sebastian Hoofs. Nachdem ich daraus schon ein T-Shirt für meinen Neffen genäht habe, sollte es nun ein Hemd für meinen Mann werden. Und es ist geworden:
 

Als Geschenk lag es unter dem Weihnachtsbaum, allerdings ohne Knopflöcher und Knöpfe (die habe ich nicht mehr geschafft). Jetzt ist es richtig fertig und wurde gestern Abend erstmals ausgeführt mit dem Kommentar "das trägt sich gut" - was bei ihm soviel wie höchstes Lob bedeutet - YEAH!
Der Kragen ist anknöpfbar:
Rückenpasse, Manschetten und Kragensteg habe ich innen mit dunkelblauem Stoff abgesetzt:
So sieht das Hemd farblich wirklich aus

Verfremdete Farben durch Zimmerfotos
Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis, doch es war ein langwieriger und nicht ganz einfacher Nähprozess.
Und nachdem ich mit dem T-Shirtschnitt aus dem Buch sehr zufrieden war, ist meine Fazit beim Hemd kritischer. Das liegt vor allem am Schnittmusterbogen. Nach der Maßtabelle im Buch habe ich für meinen Mann eine Größe 54 ermittelt:
Quelle: Sebastian Hoofs "Männerkleidung nähen"
Warum aber nur bei einigen Schnitteilen die unterschielichen Größen mit verschiedenen Linien markiert werden (beim Kragen z.B.) und bei anderen Teilen alle 8 Größen eine durchgehenden Linie haben (wie Manschetten, Kragensteg), weiß wohl nur der Frechverlag.
Jedes Mal habe ich zählen müssen, um in der richtigen Größe zu bleiben - das ist schon eine Zumutung. Ganz verrückt wurde es beim Ärmel und dem alles entscheidenden Schlitz:
Das ist selbst für relativ geübte Näherinnen ein Bilderrätsel! Die kleinen Pfeile zeigen übrigens die Faltenmarkierungen, aber für die Lege-Richtung habe ich mit einem Kaufhemd vergleichen müssen. Abgesehen davon, dass ich auch hier wieder die Größe abzählen musste und nicht klar war, ob der lange Strich der Schlitz ist oder die Ansatzlinie des Ober- oder Untertritts.
Da besteht bei einer weiteren Auflage des Buches unbedingt Nachholebedarf.
Gut fand ich die ausführlichen, mit Zeichnungen ergänzten Näh-Beschreibungen.
 

Wunderbar erklärt ist die Methode, mit der nahzu perfekte Manschetten, Schlitze und Kragen entstehen. Sebastian Hoofs verweist darauf, dass es hier viele Varianten gibt und er die in seiner Maßschneiderwerkstatt angewendete beschreibt. Zwei verschiedene Einlagen sorgen für den perfekten Stand. Ich bin von seiner Nähtechnik absolut überzeugt.
Mein Fazit zum Schnitt: ziemlich anspruchsvoll und nichts für Nähanfänger, erheblicher Verbesserungsbedarf bei der Schnittmustererstellung. Ich werde trotzdem weiter mit diesem Buch arbeiten, da es nicht viele ausführliche Anleitungen für Männersachen gibt und die Tipps vom Maßschneider viel wert sind.
Ergänzung (15.01.):
Mit der Passform bin ich sehr zufrieden. Beim nächsten Mal würde ich in der Breite über Rücken und Brust knapp zwei Zentimeter zugeben (das liegt aber sicher am Schwimmerkreuz des Mannes). Ansonsten ist das Hemd leicht tailliert durch zwei Abnäher im Rücken, an denen ich auch nix verändert habe. Bei der Länge habe ich 2 cm zugegeben - die brauchte es aber nicht unbedingt (bei 1,84 m Größe meines Mannes) - das Hemd wäre auch so lang genug.
Zusammenfassung:
Schnitt: Hemd aus "Männersachen nähen" von Sebastian Hoofs, Größe 54, Ärmel gekürzt
Stoff: dünne Baumwolle (1,50 m) von Mahler-Stoffe Hamburg
Fotos: von mir