Mittwoch, 24. Februar 2016

Samt und Seide

Es war einmal ein schönes Abendkleid aus blaugrünem Samt - genäht schon vor geraumer Zeit (2011?) nach diesem Burdaschnitt 7470:




















Was für einen Samt ich da vernäht habe, weiß ich leider nicht mehr. Ich denke, es war  keine so tolle Qualität. Pannesamt ist es jedenfalls nicht, auch wenn er auf den Fotos teilweise so schimmert. Durch den unelastischen Stoff und die schmale Silhouette war das Kleid leider überhaupt nicht tanztauglich. Und so wurde es einmal mit kleinen Schritten in die Oper ausgeführt und landete im Schrank. Dort hing es schließlich und hing und hing...bis ich mich aufgerafft habe, daraus ein Kleid zu machen, indem ich mich vernünftig bewegen kann.
Ich habe einfach die hintere Naht bis oberhalb der Kniekehle aufgetrennt und aus einem glücklicherweise noch vorhandenen Rest einen Keil zugeschnitten. Den habe ich als Godet eingesetzt, um endlich die nötige Bewegungs- und Beinfreiheit zu bekommen.

Für den rückwärtigen Schleierkragen (heißt das so?) hatte ich ursprünglich etwas steifen Chiffon genommen. Den habe ich gegen eine wunderbar fallende Seide getauscht. Das bedeutete allerdings, dass ich das komplette Oberteil auseinander genommen habe und so die damals noch nicht so gute Passform verbessern konnte. Ich war allerdings sehr verwundert, mit welcher Unbekümmertheit ich mich vor fünf  Jahren an die Verarbeitung von Samt heran getraut habe. Himmel ist dieser Stoff eine Diva! Eine Naht korrigieren, zu viel Druck von Nähfuß, Bügeleisen  oder meiner Hand - alles unverzeihlich, dazu verrutscht der Flor bei jedem Nadelstich - nein, sobald kommt mir kein Samt wieder unter die Nähmaschine! Dagegen war die Seide ein Kinderspiel. Und weil noch etwas davon übrig war, habe ich dem Kleid kleine Ärmel verpasst.  So fühle ich mich trotz Dekolleté und tiefem Rückenausschnitt etwas angezogener.


Entlang der beiden Seitennähte habe ich ein solches goldglänzendes Strasssteinband aus Metall aufgenäht:
Quelle: Strassladen


 Die Säume der Seide habe ich fast unsichtbar von Hand rolliert.





Übrigens kann ich jetzt wunderbar in dem Kleid tanzen - ich habe es beim Theaterball einen ganzen Abend lang ausprobiert!



Verlinkt beim MMM, wo heute Meike von crafteln in ihrem Weihnachtskleid vortanzt.



Mittwoch, 17. Februar 2016

Winterschluss mit Burda-Pullover

Das war definitiv das letzte winterliche Teil für diese Saison. Schon seit einigen Wochen lag hier dieser grauviolette Kuschelrosen-Stoff. Bei Anita von Lady Petit (die einen Shrug und ein zauberhaftes Jäckchen daraus gemacht hat) habe ich ihn gesehen und sofort bestellt. Ich hatte es schon geahnt - das wird eine Herausforderung für meinen Staubsauger. Ich weiß gar nicht, ob er oder die Nähmaschine öfter im Einsatz waren...





















Schnell war klar, da geht nur ein ganz einfacher Schnitt. Ich habe mich für Modell 123 aus der burda 1/2014 entschieden. Vorder- und Rückenteil, dazu Ärmel, keine Abnäher. Trotzdem wurde das Zuschneiden zu einer Fusselparty. Wobei ich kurz vor Atemnot vom Tisch auf den Sisalteppich wechselte, was immerhin zur Folge hatte, dass die Fusseln im Teppich hängen blieben und nicht bei jeder minimalen Bewegung durch die Luft flogen...

Beim Nähen rutschte er dann erstaunlich wenig, wenn man mit genügend Nadeln fixiert. Nun war dieser Stoff ein Polyester, der wohl nur ganz knapp kein Plastikeimer geworden ist ... jedenfalls nix, was man längere Zeit direkt auf der Haut haben möchte. Ich glaube ja sogar, der Designer hatte eher Sofakissen im Sinn und keine  Kleidung. Aber ich wollte nun mal Kuschelrosen als Pullover. Also habe ich noch einen feinen dünnen BW-Jersey gekauft und den Pulli komplett gefüttert. Beide Teile ließen sich super an den Säumen miteinander verbinden. Außerdem habe ich beide Teile an den Achsel- und Schulternähten mit ein paar unsichtbaren Handstichen miteinander verbunden.













Bei der ersten Anprobe sah der von burda vorgesehen V-Ausschnitt seltsam aus, irgendwie nackig am Hals. Das passte nicht zum kuschligen Rest. Also habe ich noch einen kleinen Stehkragen gebastelt.

Am besten passt der Kuschelrosenpulli über eine schmale dunkle Hose und genauso trage ich ihn heute auch und verlinke beim MMM, wo Katja die Selbernäherinnen einlädt.

Zusammenfassung:
Stoff: Softflausch von stoffe.de (10€/m)
          BW-Jersey von Karstadt   (14€/m)
Schnitt: Modell 123 aus burda   1/2014, Größe 38 an den Seiten                  noch je 2cm schmaler gemacht und die Gesamtlänge um                 12 cm gekürzt