Montag, 22. Oktober 2018

Novemberwetter-Näherei

Bei Frau Küstensocke versammeln sich jene, die gemeinsam gegen den November-Trübsinn kämpfen - an der Nähmaschine. Ich bin immer noch dabei, auch wenn ich den zweiten Termin nicht geschafft habe. Dafür heute mit einer zugeschnittenen Jacke:
Ich hatte einen schönen dicken Wollstoff im Fundus. Dass er da schon über zwei Jahre wartet, liegt an der geringen Menge: 1,30 m, ein Reststück und keinen Zentimeter mehr. Genau, daraus wird keine Jacke und schon gar kein Mantel. Ich habe es beim Kauf bereits gewusst und immer gedacht, da findet sich schon was. Nun stand mein Schnitt ja eingentlich fest (Burda-easy H/W 2015) und für den hätte ich rund 2m gebraucht. Neukaufen kam wegen der Stoffdiät aber nicht in Frage. Also habe ich in meinen Zeitschriften geblättert und stieß auf diese Jacke mit (Fake)Lederärmeln:
Quelle: Burda 11/2017
Das war die Inspiration! Ich bleibe bei meinem langen Jackenschnitt und mache die Ärmel aus Leder. Auch eine vordere Passe am Reißverschluss und die Paspeln der Eingrifftaschen werden aus schwarzem Kunstleder. Denn davon fand sich noch ein knapper Meter in meinem Stofflager.

Da der Wollstoff wirklich sehr dick ist, werde ich nicht wie geplant das Steppfutter der alten Jacke wiederverwenden, sondern ein dünnes Thermovlies und ein einfaches Viskosefutter einnähen. Das Vlies ist bestellt. Ich habe damit gute Erfahrungen bei meinem Vogue-Mantel gemacht. Beim Futter war ich mal etwas mutiger und will dieses leuchtende Blau verarbeiten.
 

So, nun ist alles vorbereitet. Es kann endlich losgehen mit dem Nähen. Ein Probemodell brauche ich nicht, da ich den Schnitt bereits zweimal genäht habe. Das nächste Treffen der Novembernäherinnen ist am 5.11. - bis dahin sollte schon einiges schaffbar sein. 

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Novemberwetter-Nähpläne

Frau Küstensocke lädt ein, gemeinsam etwas für die grauen, nasskalten Spätherbsttage zu nähen und fragt heute nach Inspirationen: Welches Kleidungsstück wird mir am besten durch den November helfen?
Nicht allzuviel Zeit für ein ambitioniertes Projekt. Aber ich brauche sowieso eine neue warme Jacke und da kann ich gleich noch ein wenig motivierter ans Werk gehen. Dieses Lieblingsstück muss dringend ersetzt werden:
Ich habe die Jacke zwei Winter lang sehr gerne und sehr oft getragen, aber der Stoff hat dies leider nicht so mitgemacht, wie erhofft. Die doch recht locker gewebte Wolle fusselt, pillt und bildet Knötchen - eigentlich schon gleich nach dem ersten Tragen. Ärgerlich. Aber nun geht das Teil optisch gar nicht mehr.
Der Schnitt ist klar und einfach: Burda-easy Herbst/Winter 2015, schon einmal kurz nach seinem Erscheinen von mir genäht (verschlusslos und nur dünn gefüttert):
In meiner hellen Winterjacke habe ich ein sehr schönes leichtes Steppfutter verarbeitet, welches gut warm hält.
Das werde ich retten, also raustrennen und rundherum eine neue Jacke basteln. Welcher Stoff? Das ist noch nicht klar. Gerne möchte ich etwas aus meinem Lager verwenden (wegen der Stoffdiät), habe allerdings noch nicht geschaut, ob sich da was in ausreichender Menge findet.
Damit liege ich aber  noch gut im Fahrplan von Frau Küstensocke, denn so geht es weiter:
15.10.2018 Erst der Schnitt, dann das Material oder anders rum? Tipps zum Stoffkauf
22.10.2018 Material und Schnitt sind gewählt, jetzt kommt der Zuschnitt. Probemodell Ja/Nein?
05.11.2018 Zwischenstand / Hilfe bei mir reisst der Faden!
12.11.2018 Auf der Zielgeraden - Hamburg wir kommen!
19.11.2018 Das Große Finale
Auch wenn das Wetter einen noch nicht an nasskalte Herbsttage glauben lässt, kümmere ich mich jetzt mal um Stoff.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Es rockt

...und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Denn ich habe mir anlässlich einer 50er-Jahre-Party einen Punkte-Tellerrock genäht, mit dem ich heute zum MeMadeMittwoch tanze.
Der schwarz-braune Chiffon aus Poly und Viskose schlummerte jahrelang in meinem Stoffschrank. Er war wohl mal ein Internet-Schnäppchen und wusste lange Zeit so gar nicht, was er werden wollte. Bis vor einigen Wochen die Einladung zum Geburtstag meiner Cousine kam, die das Motto "Rockabilly" ausrief.
Der Stoff schrie sofort aus dem hintersten Fach, dass er der Richtige dafür ist. Als Unterstoff habe ich schwarzes Satinfutter dazu gekauft und zusammengehalten wird der Rock durch meinen bewährten Formbund. Dessen Innenseite ist aus einem einfachen BW-Rest, den ich bewusst gewählt habe, um ein Rutschen rund um die Taille zu vermeiden.

Am schwierigsten gestaltete sich wieder die Längenanpassung. Unglaublich, wie sich der Stoff im schrägen Fadenlauf aushängt. Ich habe sowohl beim Chiffon als auch beim Futter stellenweise knapp 10 Zentimeter gekürzt, während die Seitennähte unverändert blieben. Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man denken, ich war beim Zuschnitt betrunken. Völlig nüchtern und mit ruhiger Hand hat mir Doreen (Wolleliese) bei einem fröhlichen Nähnachmittag eine gleichmäßige Saumkante markiert. Beim Chiffon-Oberrock habe ich dann den Saum abgekurbelt, also einmal knapp umgeschlagen, mit einem kleinen Zickzackstich umrundet und den eingeschlagenen Stoff vorsichtig abgeschnitten. Wer das nicht kennt, findet zahlreiche Anleitungen dazu im Internet. Dem Unterrock habe ich einen Schrägbandsaum verpasst.
 


Mit einem Tüllunterrock sollte der Rock noch etwas Stand bekommen. Da die Zeit fehlte, einen passenden in Schwarz zu nähen, habe ich meinen 35 Jahre alten weißen Petticoat aus Turniertanzzeiten vom Boden geholt.
 

Den hat mir damals meine Mutsch genäht und durch den Gummibund passt er sogar noch... Auch meine Cousine hat ihren Petticoat übrigens selbstgenäht:

 Als Gürtel habe ich ein schwarzes Ripsband mit einer kleinen Samtschleife versehen. Die verdeckt die beiden Häkchen, mit denen das Band geschlossen wird. Das passende (Kauf)Shirt fand sich im Schrank und um den Look perfekt zu machen, habe ich aus einem Chiffonrest ein kleines Halstuch genäht.


Mein Outfit und der Partyabend waren ein voller Erfolg und ich muss mal schauen, ob der Rock ohne Petticoat auch alltagstauglich zu stylen ist. Zum Tanzen taugt er auf jeden Fall, wie dieser leider etwas unscharfe Schnappschuss zeigt:

Zusammenfassung:
Schnitt: Tellerrock nach meinen Maßen und eigenen Formbund
Stoff: Viskose-Poly-Gemisch und Futter (je 2 Meter) 
Fotos: der Ehemann und die Tochter