Mittwoch, 13. September 2017

Klassisch, Praktisch, Trench...

Das ist er, mein derzeitiger Dauerbegleiter bei unstetem Wetter im launigen Altweibersommer, heute morgen sogar bei Wind und Regen.
Schon im Frühling habe ich auf dem Stoffmarkt dieses marineblaue Schnäppchen gemacht. Gefunden zwischen diversen Stoffcoupons (für 10,-) die alle 150x150 waren. Alle, nur diese dunkelblaue leicht beschichtete Baumwolle war deutlich größer: 2,60m. Yeah! Passendes Futter habe ich auch gleich mitgenommen (war teurer als der Mantelstoff) und dann begann zu Hause das Schnittpuzzle. Dem fiel letztendlich der vordere Sattel/Koller zum Opfer. Wie ich es auch drehte, der Stoff reichte nicht. Keine Chance, also verzichtete ich als bekennende Pazifistin auf diese Verstärkung, die ursprünglich am Militärmantel zum Anlegen des Gewehrs diente ;)
Diese paar Stoffschnipsel blieben am Ende übrig. Und der Gürtel hat in der Mitte eine Naht.
Ich habe diesen Schnitt  Modell 113 aus Burda 9/2010 verwendet und war überrascht, dass sich der Mantel trotz vieler Teile, respekteinflößendem Kragen und Pattentaschen problemlos nähen lies. Ich habe Größe 40 gewählt und nichts verändert.
Die Schulterpolster habe ich nach dieser sehr guten Anleitung von Constanze (Nahtzugabe) selbst gemacht und freue mich sehr über die gut gelungene Schulterlinie und Ärmelkugel (meine ewige Problembaustelle).
 Die Taschen sind vorzeigbar und verstecken sich in den vorderen Abnähern.
Ein wenig detailverliebt habe ich zwischen Futter und Beleg noch eine hellgraue Paspel eingefügt und mit der Hand einen Zierstich gesetzt.
Dazu habe ich übrigens ganz tief in meine Kurzwaren-Bestandskiste gegriffen. Dort befinden sich seit 25 Jahren aus dem Nachlass meiner Oma massenhaft Stickgarne in allen Farben, viele noch mit dem VEB-Label und dem DDR-Preis:

Dieses Silbergrau habe ich zweifädig für den Zierstich verwendet


Da ich schon oft bei selbst genähten Kleidungsstücken gefragt wurde, wie lange ich daran gesessen habe, habe ich erstmals mit einer Strichliste die Stunden gezählt. 26 Stunden (vom Schnittkopieren bis zu den handgenähten Säumen).
Hier noch ein paar Bilder vom marineblauen Trenchcoat in maritimer Umgebung:

Und nun treffe ich mich beim MMM wieder mit den anderen Selbernäherinnen, die heute von Katharina in einem schicken Hosenrock begrüßt werden. 
Zusammenfassung:
Stoff: BW mit minimalem Stretchanteil vom Stoffmarkt 10€/Coupon (140x260)
          Futter vom Stoffmarkt 7€/m
Schnitt: Modell 113 aus Burda 9/2010
Ich habe ohne Änderungen Größe 40 genäht. Gut erklärter Schnitt, der sich mit etwas Näherfahrung gut umsetzen lässt.
Fotos: die Tochter

Sonntag, 10. September 2017

Stoffdiät - 4. Zwischenstand

Frau Küstensocke lädt wieder ein, Bilanz bei der Stoffdiät zu ziehen. Sie hat beeindruckende Nähergebnisse vorzuweisen, während ich eher nach der Devise "mühsam ernährt sich das Eichhörnchen" Stück für Stück am Stoffberg arbeite. Und so gibt es heute Positives aus dem Fitzladen zu vermelden: Ich habe weder im Juli noch im August Stoff gekauft. Letzter Einkauf hier im Handy vermerkt war der 27.6.:

Dafür habe ich genäht und zum Beispiel direkt einen Barcelona-Stoff noch zu diesem sommerlichen Ensemble verarbeitet:
 Der Hoodie für einen Halbstarken (meinen 13jährigen Neffen) entstand aus vorhandenem Sweat- und Bündchenstoff:


Und da mein Tuuli-Kleid gerade fertig geworden ist und mit 2,50 m auch richtig zu Buche schlägt, darf ich es auch mitzählen:

So sieht also meine Gesamtbilanz 2017 bis jetzt aus:

Vernäht:34,8m
Verschenkt: 11,5m
Gekauft: 34m

Von ursprünglich 87 Metern Stoff befinden sich noch 74,7m in meinem Stofflager.

Frau Küstensocke empfiehlt für den Herbst ja das Vernähen von dicken Stoffen (schafft Platz im Schrank) Nicht schlecht, da habe ich zumindest für die etwas dickeren Pullover Sweat im Angebot. Hier meine  konkreten Projekte:

➤schwarz/weißer Oversize-Pulli (1,5m):

➤dunkelblauer "Herta"-Pullover für eine Freundin zum Geburtstag (1,5m)

➤schmaler dunkelgrauer Jeansrock (0,8m), der sogar schon zugeschnitten ist:

➤gelbe Patchwork-Babydecke aus Resten (Fleecerückseite 1,2m)

Damit würde ich unter die 70 Meter-Marke kommen. Sollte mir das bis zum 20. Oktober gelingen, würde ich mir einen Stoffmarktausflug mit klar begrenztem, projektbezogenem Stoffshopping gönnen. Mal schauen. Wer wissen will, wie es den anderen Stoffdiät-Mitstreiterinnen ergangen ist, schaut hier.

Mittwoch, 6. September 2017

Ferienausklang beim MMM

👍Schön, dass die Sommerpause beim MMM vorbei ist. Heute treffen sich dort nämlich wieder die Selbernäherinnen und zeigen, wie gut angezogen sie durch den Urlaub gekommen sind.
Bei uns war es leider so, dass der Radurlaub in Bayern voll ins Wasser gefallen ist.

Und wenn es mal nicht regnete, war es kalt, richtig kalt. Zum Beispiel 10 Grad an der Isarquelle im Karwendelgebirge.
Also waren bekleidungstechnisch vor allem Funktions- und Outdoorklamotten angesagt.

Aber zum Schluss der Tour wurden wir in München dann doch noch mit hochsommerlichen 35°C belohnt.

Die Gelegenheit für mein Lieblingskleid dieses Sommers (hier ausführlich vorgestellt). 


Wir waren in der Peter Lindbergh Ausstellung in der Kunsthalle München, wo ich mit meiner Jüngsten viel Spaß beim Shooting vor den Plakaten des Großmeisters der Modefotografie hatte. Leider ging diese großartige Ausstellung nur bis Ende August und ich habe im Netz auch keine Folgetermine gefunden. Schade, denn ich hätte sie gern weiter empfohlen.
An den Tagen, an denen in diesem Jahr Sommer war, wurde es ja immer gleich sehr warm. Immer dann habe ich mein Burda-Flechtkleid ausgeführt, mich gut angezogen gefühlt und Komplimente bekommen. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Frau Küstensocke, von der ich im Frühling beim Stofftausch die tollen Paysley-Viskose bekommen habe.
Aber auch was die Herbstgarderobe betrifft, bin ich  schon in der Spur mit meinem nachtblauen Trenchcoat. Aber der bekommt noch einen eigenen Post.

Donnerstag, 31. August 2017

Sommerfrische

...das ist das Wort, welches mir bei dieser blaugestreiften Kombination einfällt.

Es wird also noch genäht im Fitzladen, auch wenn es sommer- und urlaubsbedingt hier ziemlich ruhig war. Deshalb mal ein kurzer Zwischenstand mit halbfertigen Werken.
Der Rock ist Modell 6 bzw. 7 aus der Fashionstyle 5/17 mit Kellerfalten.
 Leider habe ich beim Zuschnitt einen Kardinalfehler gemacht. Der Stoff (eine leichte und doch blickdichte Baumwolle mit Elasthan) hätte wegen der Streifen im Rechteck, also gerade zugeschnitten werden müssen. Ich aber habe (wie beim Schnitt vorgegeben) an den Seiten schräg zugeschnitten und damit ein seltsames Zusammentreffen der Streifen an den Seitennähten provoziert. Wie ärgerlich! Die Kleckse im Stoff-Design kaschieren das zum Glück etwas.
Den Bund habe ich geändert und statt des geraden meinen mehrfach erprobten Formbund  verwendet. Nun bin ich noch unschlüssig, wie lang ich den Rock säumen soll und hoffe auf eine entsprechende Beratung beim kleinen Nähkränzchen am kommenden Wochenende.

Das Oberteil ist eine Art Crop-Top aus der Burda 7/17.
Klar, dass es in meinem Alter auf keinen Fall zu "cropped" sein darf, und so habe ich beim Zuschnitt gleich mal 10 Zentimeter verlängert. Für die Paspeln habe ich den Rockstoff verwendet - ging super. So passt beides perfekt zusammen (nicht nur bei den Blautönen).
Nun fehlt noch ein schöner Abschluss am Hals. Hoffentlich verderbe ich es nicht, denn meine Jerseynäherfahrungen halten sich sehr in Grenzen. Burda empfiehlt eine Ausschnittblende, aber die haben ja einen Webstoff mit Elasthan benutzt. Vielleicht verlagere ich auch dieses Problem ins Wochenend-Nähkränzchen - denn da gibt es sehr jersey-affine Damen...

verlinkt mit RUMS

Mittwoch, 12. Juli 2017

Stoffe kaufen in Barcelona

Wie im letzten Stoffdiät-Post versprochen, heute meine Empfehlung für alle, die in den kommenden Wochen einen Abstecher nach Barcelona planen. Ich habe in zauberhaften Geschäften gestöbert (in der Zusammenfassung am Ende des Posts habe ich alle Adressen notiert) als ich Ende Juni da war. In selbst genähter Kleidung, versteht sich:
Ich empfehle als erstes "Ribes&Casals". Ein Stoffladen mit über 80jähriger Tradition:


1000m² auf zwei Etagen - vom Möbelstoff bis zum edlen Anzugtuch gibt es hier alles, auch die passenden Kurzwaren
Das Geschäft ist riesig und man muss Zeit mitbringen, vor allem die Auswahl an Spitzen- und Pailettenstoffen ist unglaublich:

Preislich ist die Spanne relativ groß, von sehr günstig (ab 5€/m) bis teuer. Ich habe nur männliche Verkäufer  (in gut sitzenden Anzügen) gesehen und wurde fachkundig bedient. Wobei mein Mann mich gut beraten hat (wie das Foto beweist). Schließlich will er mit mir ausgehen, wenn aus dem nachtblauen Stretch-Satin (6€/m) und der Spitze (10€/m) ein Abendkleid geworden ist.
Gleich daneben und direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite gibt es zwei weitere Stoffgeschäfte, wobei "La Casa del Retall" auf Jersey und Patchworkstoffe spezialisiert zu sein scheint.
In der Nähe der Kathedrale fanden wir das wunderbare Kurzwarengeschäft "Santa Ana":
Musterbücher, Knopfpappen, meterhohe Einbauregale mit unzähligen Schubläden - hier ist die Zeit stehen geblieben und es gibt nichts an Zubehör, was es nicht gibt.
Gekauft habe ich hier allerdings nichts, da ich keine konkreten Pläne hatte, wobei ich die Knopfpreise sehr moderat fand: die 4 bis 5cm großen kosten 2€ pro Stück, die kleinen lagen bei 0,60 bis 0,80€.

Die Verkäuferinnen finden in diesen Schüben wirklich alles
Und diese Fächer sind keine billigen Souvenirs, sondern wirklich ausgesprochen schön und hochwertig verarbeitet (Stoff, Spitze und Holz). Kostenpunkt 25 bis 50€


Hier noch die genauen Adressen:
Ribes & Casals, Carrer de Roger de Lluria 7, http://www.ribescasals.com/
Donna Teixits, Carrer de Roger de Lluria 6, http://www.tejidosdonna.com/
La Casa del Retal, Carrer la Menta 12, http://lacasadelretal.com/
Kurzwaren Santa Ana, Avinguda del Portal de l'Àngel 26, http://www.merceriasantaana.com/
Alle vier Geschäfte erreicht man am besten mit den U-Bahn-Linien 1 und 4, Station Urquinaona