Heute bin ich mal wieder am Start beim MMM und zwar mit meinem Weihnachtskleid!


Ja, richtig gelesen, schlappe 6 Monate nach dem WKSA2025 habe auch ich mein Projekt beendet. Wochenlang hing das Teil halbfertig auf der Puppe und ich hatte keine Lust mehr. Denn dieses Kleid ist ein Beispiel dafür, dass eben nicht alles so gelingt, wie erträumt. Der Schnitt 111 aus Burdastyle 6/2023 hat einen Wickelrock, dessen vorderes Oberteil in Falten gelegt wird - hat auch einigermaßen funktioniert. Auch das Oberteil hat an genau der Ansatzstelle kleine Falten, die für mich aber nicht funktionieren. Genau da zieht es den Stoff komisch nach unten.
Mehrfaches Trennen machte es leider nicht besser. Das liegt vielleicht auch dem mehr als anspruchsvollen Stoff: ein Baumwollsamt, der unfassbar rutscht und ständig ein Eigenleben entwickelt. Schon der Zuschnitt war eigentlich ein Albtraum. Dann habe ich alle (wirklich alle) Nähte doppelt mit Hand geheftet und zwischen den Heftreihen mit der Maschine genäht.
Gleiches beim nahtverdeckten Reißverschluss. Auch der ist mir nicht ganz gerade gelungen. Das Oberteil ist gefüttert, beim Rock habe ich darauf verzichtet und die offenen Seiten mit passendem Satinschrägband versäubert.

Das hat wirklich gut funktioniert. Insgesamt ist es jetzt ein tragbares Teil. Warum ich damit trotzdem fremdele: Dieser hochgeschlossene U-Bootkragen passt nicht so gut zu mir. Kurz habe ich überlegt, im Nachhinein einen tieferen V-Ausschnitt zu konstruieren. Aber nein, ich fasse das Ding nicht nochmal an, um das zu ändern - nicht bei diesem divenhaften Samt. Der ist übrigens ein italienischer Designerstoff, in den ich mich mal schockverliebt und dafür ein kleines Vermögen ausgegeben habe. Auch deshalb werde ich das Kleid zur nächsten Ballett-Premiere in die Dresdner Semperoper ausführen.

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